LEARNING PATH
Kommunikation und Patientenedukation
Kommunikation und Patientenedukation – therapeutische Gesprächsführung und patientenzentrierte Aufklärung im biopsychosozialen Kontext
«Was und wie wir etwas unseren PatientInnen sagen, kann grösseren Einfluss auf die Therapie haben, als das, was wir tatsächlich machen» (Peter O’Sullivan).
Dieses Zitat verdeutlicht, dass eine angestrebte Verhaltensänderung der PatientInnen wichtige Kenntnisse der verbalen und Non-Verbalen-Kommunikation voraussetzt sowie die Fähigkeit einer patienten-zentrierten Therapie und effektiven Patientenedukation in den Mittelpunkt stellt.
In der Therapie kommunizieren wir täglich mit PatientInnen. Die entscheidende Frage, was und wie wir sie fragen, um ein möglichst umfassendes Bild ihrer Beschwerden zu bekommen, ist von zentraler Bedeutung. Hier kann ein aktiver und reflektierter Umgang mit Kommunikationstechniken die therapeutische Anamnese, Untersuchung sowie Behandlung massgeblich beeinflussen. Die klinische Anwendung des biopsychosozialen Modells im Rahmen der patienten-zentrierten Therapie führt zu Herausforderungen im Management unserer PatientInnen und der Gestaltung von Therapieeinheiten. Bekannte Fragen wie «Wie gehe ich als TherapeutIn mit psychosozialen Aspekten wie Angst, Unsicherheit oder Stress um?» oder «Wie kann ich die Motivation der PatientInnen für eine Verhaltensänderung fördern?» erfordern ein bewusstes Anwenden von Kommunikationstechniken sowie Aspekten der Patientenedukation.
Ziele
Nach diesem Kurs:
- Hast du gezielte Frage- sowie Gesprächstechniken für die therapeutische Kommunikation kennengelernt
- Kennst du die Anwendung des biopsychosozialen Modells in der Praxis
- Bist du in der Lage, Ergebnisse eines psychosozialen Fragebogens in das therapeutische Management einzubauen
- Hast du die Möglichkeit, Prinzipien der Patientenedukation sowie deren Anwendung im klinischen Alltag zu implementieren
- Kannst du Kommunikationsstrategien bewusst einsetzen, um eine Verhaltensänderung bei Patienten auszulösen
- Fällt es dir leicht, komplexe Schmerzphänomene einfach und verständlich zu erklären
Methoden
50% Theorie und 50% Praxis
- Frontalunterricht durch die Lehrperson
- Leitfragengestützte Ausarbeitung eines Fallbeispiels
- Einzel- und Gruppenarbeit verbunden mit Kommunikationstechniken
- Selbstreflexion und Lernkontrollfragen nach einzelnen Lernabschnitten
Maximale Gruppengrösse: 24 Teilnehmer mit einer Lehrperson
Inhalte
Die Anwendung des biopsychosozialen Modells in der Praxis erfordert eine Rollenerweiterung der Therapie: Wir sind aktive Zuhörer, Coach, Ideengeber, Berater, Lehrer, Planer und vieles mehr. Dies gilt bei Patienten mit akuten wie auch chronischen Schmerzen im muskuloskelettalen Bereich.
Du lernst neben dem wissenschaftlichen Hintergrund konkrete kommunikative Strategien und Beispiele für die klinische Praxis, welche die therapeutische Allianz mit den Patienten in den verschiedenen Phasen der Therapie fördern. Der aktive Nutzen von Placebo bzw. das Vermeiden von Nocebo-Kommunikation wird aufgezeigt und anhand von Patientenbeispielen geübt. Konkrete Massnahmen und Möglichkeiten der Patientenedukation und des Coachings werden mit Modellen, Metaphern sowie interaktiven Beispielen dargestellt und anhand von Beispielen erläutert.
Kursvoraussetzungen
Fachpersonen für Physiotherapie, Ergotherapie, Osteopathie, Sporttherapie und Massage
Teilnahmevoraussetzungen: Berufsdiplom
Preis exkl. MwSt.
CHF 760.–
20. - 22.04.2026
3 Tage
10 Plätze frei
Bad Zurzach
Fabian Pfeiffer